Unser Konzept

Liebe Eltern,

es gibt viele Gründe, weshalb Eltern eine Kindertagespflege nutzen möchten oder müssen. Unser Angebot richtet sich an alle, die eine familiäre Umgebung suchen und in unserer Arbeit eine sinnvolle und wichtige Ergänzung für die Entwicklung ihres Kindes sehen.

Oberste Priorität haben für uns Geborgenheit und Sicherheit, die individuelle Förderung der Fähigkeiten jedes Kindes und die Unterstützung seiner Persönlichkeitsentwicklung. Dieses Umfeld finden Kinder bei uns ab 0 Jahren, und wir begleiten sie bis zum Schuleintritt. Dadurch haben wir in der Regel eine altersgemischte Gruppe, in der die Kinder voneinander lernen. In der kleinen Gruppe von höchstens 10 Kindern gewöhnt sich Ihr Kind schnell ein und fühlt sich wohl.

Auf dieser Seite beschreiben wir unsere Räume, den Alltag und die Ziele unserer pädagogischen Arbeit.

Wer wir sind und wo wir sind

Über uns

Suzanne ist seit 1985 als Tagespflegeperson tätig. Gemeinsam mit Jennifer sind wir seit 2005 als Kindertagespflege Windelflitzer bekannt: zwei Tagespflegepersonen, die im Verbund arbeiten.

Porträt von Suzanne Busch, anerkannte pädagogische Fachkraft der Kindertagespflege Windelflitzer

Suzanne Busch

Ich wurde 1962 in Berlin geboren und bin seit 1985 als Tagespflegeperson tätig. Ich bin verheiratet, habe zwei erwachsene Töchter und vier Enkelkinder. Meine Ausbildung zur geprüften Tagespflegeperson mit Grund- und Aufbauzertifikat habe ich erfolgreich abgeschlossen und die Gleichstellung als pädagogische Fachkraft erlangt. Außerdem arbeite ich seit vielen Jahren mit dem Jugendamt zusammen. Zu meinen Hobbys zählen Shoppen, Hunde, lange Spaziergänge und Kochen.

Porträt von Jennifer Köster, anerkannte pädagogische Fachkraft der Kindertagespflege Windelflitzer

Jennifer Köster

Ich wurde 1984 geboren und lebe mit meinem Lebenspartner und meinen zwei Töchtern, die 2009 und 2015 geboren wurden. Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zur Friseurin gemacht, bin aber seit 2005 bei den Windelflitzern als Tagespflegeperson tätig. Mein Grund- und Aufbauzertifikat habe ich 2010 abgeschlossen, seit 2015 bin ich als pädagogische Fachkraft anerkannt. Zu meinen Hobbys zählen Basteln, mein Hund, Gartenarbeit und Brot backen.

Das Besondere bei den Windelflitzern sind unsere beiden Zwergpudel Puma und Louie, die uns und den Kindern sehr viel Freude machen.

Die Räume

Unsere Kindertagespflege liegt in Berlin-Schöneberg. Der große Eckladen mit 105 Quadratmetern ist nur etwa fünf Minuten vom Innsbrucker Platz entfernt. Drei helle Räume sind aufgeteilt in einen kleineren und einen größeren Spielraum sowie einen Schlafraum. Sie sind liebevoll gestaltet und lassen den Kindern Platz für Kreativität und zum Austoben.

Spielräume

Hier spielen, malen, basteln und essen wir. Eine Kuschelecke schützt die ganz Kleinen oder dient den Größeren als Lese- und Kuschelecke. Regelmäßig gibt es Musik- und Bewegungsspiele, die Motorik und Denken fördern. Der Schlafraum dient zum Vorlesen, Wickeln, Ausruhen und für den Mittagsschlaf.

Flur

Der lange Flur verbindet zwei Räume zu einem Rundgang und lädt zum Rennen und Bobbycar-Fahren ein. Kindgerechte Kunstwerke schaffen eine warme, einladende Atmosphäre.

Waschraum

An zwei Kinderwaschbecken können sich auch die Kleinsten die Hände waschen und die Zähne putzen. Zwei Toiletten erleichtern das Töpfchentraining. Bunte Fliesen machen aus der Körperpflege eine spielerische Routine.

Küche

In unserer Küche wird jeden Tag frisch gekocht, ausgewogen und mit frischen, möglichst regionalen Zutaten. Die Kinder helfen bei der Zubereitung mit und lernen bei regelmäßigen Koch- und Backaktionen spielerisch, wie Gerichte entstehen.

Unser Alltag

Rahmenbedingungen

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag von 8.00 bis 16.00 Uhr. An gesetzlichen Berliner Feiertagen ist geschlossen.
Ankunft
Bitte bringen Sie Ihr Kind bis 9.00 Uhr, damit wir gemeinsam in den Tag starten können.
Vertretung
Bei Krankheit vertreten wir uns gegenseitig. Sollte einmal ein längerer Ausfall eintreten, suchen wir gemeinsam mit Ihnen nach einer Lösung, die dem Betreuungsbedarf Ihres Kindes gerecht wird.
Krankmeldung
Bis 9.00 Uhr ist sie problemlos per E-Mail oder Anruf möglich. Bitte bringen Sie keine kranken Kinder.
Abholung
Erkrankt ein Kind im Laufe des Tages, informieren wir Sie telefonisch, damit es schnellstmöglich abgeholt wird. Wenn Sie Ihr Kind einmal nicht selbst abholen können, geben Sie uns bitte schriftlich Bescheid, wer es abholen darf.
Kleidung
Bitte ziehen Sie Ihr Kind wetter- und jahreszeitgerecht an, mit passender Kopfbedeckung. Im Sommer cremen Sie es morgens bitte mit Sonnenschutz ein.
Windeln und Wechselkleidung
Bitte geben Sie regelmäßig Windeln ab und dazu ein komplettes Wechseloutfit für die Jahreszeit. Größe und Vollständigkeit der Kleidung sollten Sie regelmäßig kontrollieren.
Schließzeiten
Wir legen sie spätestens im Dezember des Vorjahres fest und teilen sie schriftlich mit. Fortbildungstage kündigen wir mindestens vier Wochen vorher an.

Tagesablauf

  1. 8.00–9.00 Uhr

    Ankommen

    • Begrüßung
    • Frühstück
    • Ankommen und freies Spielen
  2. 9.00–11.00 Uhr

    Spielen und Entdecken

    • Morgenkreis (Singen, Tanzen, Musizieren, Erzählen)
    • Freies Spielen, Basteln, Theater
    • Yoga, Bewegung und Sport
    • Spielen im Freien, je nach Wetter
    • Ausflüge, zum Beispiel in den Zoo, ins Aquarium oder ins Spatzenkino
    • Pädagogische Angebote
  3. 11.00–12.00 Uhr

    Mittagessen

    • Gemeinsames, frisch gekochtes Mittagessen
    • Körperpflege
    • Vorlesen
  4. 12.00–14.00 Uhr

    Ruhezeit

    • Mittagsschlaf bis zum 3. Lebensjahr
    • Mittagsruhe mit Büchern und Geschichten ab dem 4. Lebensjahr
    • Vorschule ab dem 5. Lebensjahr: Stillarbeit, Schwungübungen, Zahlen, Buchstaben, Brettspiele
  5. 14.00 Uhr

    Nachmittagsmahlzeit

    • Vesper mit frischem Obst und Gemüse
  6. 14.30–16.00 Uhr

    Ausklang

    • Freies Spielen
    • Kreidemalen
    • Abholung

Ernährung

Gesunde, ausgewogene Ernährung hat großen Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung. Gerade die ersten Lebensjahre prägen das Essverhalten, deshalb führen wir die Kinder früh an gesundes Essen und Trinken heran und zeigen ihnen, dass auch die Zubereitung Spaß macht.

Die Mahlzeiten sind ein gemeinsames Ritual am Tisch und beginnen immer gleich. Das Essen steht auf dem Tisch, und die Kinder nehmen sich selbst. So entscheiden sie, wie viel sie essen möchten, und lernen ganz nebenbei, Mengen einzuschätzen. An erster Stelle steht dabei die Freude an der Selbstständigkeit.

Neben dem Mittagessen gibt es morgens ein Frühstück und am Nachmittag eine Vesper mit frischem Obst und Gemüse.

Wasser steht jederzeit in Reichweite. Süßigkeiten, Kuchen oder Eis gibt es zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Fasching oder Abschieden.

Entwicklung und Gesundheit

Beobachten und Dokumentieren

Beobachtungen sind der Kern unserer Arbeit, denn nur so erkennen wir die Bedürfnisse und Interessen der Kinder. Für jedes Kind dokumentieren wir die Entwicklung mit BeoKiz, dem Berliner Verfahren zur Beobachtung, Dokumentation und Einschätzung der Entwicklung. „Kindzentriert“ heißt: Ihr Kind steht mit seinen Bedürfnissen und Handlungen im Mittelpunkt. Wir beobachten im Alltag und fortlaufend und betrachten die gesamte Entwicklung, nicht nur einzelne Bereiche. So erkennen wir Stärken, Begabungen und eventuellen Förderbedarf und können unsere Anregungen individuell auf Ihr Kind abstimmen.

Die Bildungsprozesse Ihres Kindes halten wir während der gesamten Betreuungszeit in einem Portfolio fest. Ihr Kind wirkt daran mit, und auch Sie sind eingeladen, es mitzugestalten. Am Ende der Betreuungszeit erhält Ihr Kind das Portfolio.

Die Einschätzung des Entwicklungsstands erfolgt anhand der „Berliner Meilensteine“. Mit zweieinhalb und viereinhalb Jahren werden die Erkenntnisse zur sprachlichen Entwicklung vollanonymisiert und digital an die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie übermittelt. Eine Rückführung auf Ihr Kind ist nicht möglich, und die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung werden eingehalten.

Unsere Beobachtungen sind die Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit Ihnen. Im letzten Jahr vor der Grundschule besprechen wir mit Ihnen die Lerndokumentation, die die bisher erreichten Bildungs- und Entwicklungsschritte anhand der „Kompetenzen zum Übergang in die Grundschule“ zeigt. Wir geben sie nur mit Ihrer vorherigen schriftlichen Einwilligung an die Grundschule weiter.

Wir arbeiten nach dem Berliner Bildungsprogramm.

Eingewöhnung

Die Eingewöhnung erfolgt schrittweise und behutsam, angepasst an Ihr Kind. Sie dauert in der Regel etwa vier bis acht Wochen. In einem ausführlichen Kennenlerngespräch besprechen wir vorab den Ablauf und tauschen wichtige Informationen aus.

  1. Erste Woche: Eine Bezugsperson (Mutter, Vater oder jemand anderes) begleitet das Kind. Es gibt noch keinen Trennungsversuch. Die Bezugsperson sitzt ruhig in einer Ecke und schenkt dem Kind ihre volle Aufmerksamkeit, ohne selbst die Initiative zu ergreifen. Wir suchen Kontakt, indem wir uns dazusetzen, gemeinsam spielen oder singen.
  2. Beobachten: Wir geben dem Kind Sicherheit, drängen es nicht und gehen gemeinsam mit den Eltern auf seine Bedürfnisse ein.
  3. Neue Bezugsperson: Das Kind sucht sich bei uns eine neue Bezugsperson aus, die den Kontakt aufbaut.
  4. Trennung: Sobald das Kind spielt, beginnt die Trennungsphase. Ganz wichtig ist, dass sich die Bezugsperson verabschiedet. Wer sich unbemerkt entfernt, riskiert, dass das Kind später sucht und in Panik gerät. Etwa eine halbe Stunde bleibt die Bezugsperson zunächst in der Nähe, um bei Bedarf zurückgeholt zu werden.
  5. Verlängern: Hat das Kind eine emotionale Bindung aufgebaut und lässt sich schnell trösten, verlängern wir die Zeit Schritt für Schritt.

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn sich das Kind grundsätzlich wohl und sicher fühlt. Es wird trotzdem immer wieder Tage geben, die schwierig sind. Dafür braucht es Verständnis und Zeit mit den Eltern.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine gute Beziehung zwischen Ihnen und uns ist entscheidend für das Wohlbefinden Ihres Kindes. Es kann sich nur wohlfühlen, wenn es erlebt, dass wir einander mit Achtung und Interesse begegnen. Wichtig ist uns deshalb ein regelmäßiger, ehrlicher Austausch, in Tür-und-Angel-Gesprächen und auf Wunsch in Entwicklungsgesprächen. Die Entwicklung und die Bedürfnisse Ihres Kindes stehen im Mittelpunkt. Wir erarbeiten gemeinsame Ziele und verfolgen sie Hand in Hand.

Krankheiten

Bei bestimmten Krankheiten dürfen Kinder nach dem Infektionsschutzgesetz die Einrichtung nicht besuchen, zum Beispiel bei Scharlach, Keuchhusten oder Windpocken. Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Infektionsschutz-Flyer.

Auch eine scheinbar harmlose Erkältung ist in der Kindertagespflege manchmal eine Herausforderung. Kann Ihr Kind wegen eines Schnupfens nicht mehr am Gruppenalltag teilnehmen, gehört es nach Hause zu den Eltern. Wir teilen Ihnen unsere Beobachtungen mit und besprechen, was für Ihr Kind und die Gruppe am besten ist. Eine Erkältung verbreitet sich schnell, weil Kinder in diesem Alter alles in den Mund stecken.

  • Nach Fieber darf Ihr Kind erst wieder kommen, wenn es 24 Stunden fieberfrei ist.
  • Nach Durchfall oder Erbrechen muss es 48 Stunden symptomfrei sein.

Bedenken Sie bitte: Ein Tag in der Kindertagespflege ist für Ihr Kind wie eine Arbeitsschicht. Sie zu meistern ist etwas anderes, als sich zu Hause bei Mama oder Papa in Ruhe auszukurieren.

Kinderschutz und Haltung

Kinderschutzkonzept

Die UN-Kinderrechtskonvention gilt in Deutschland seit 1992 im Rang eines Bundesgesetzes. Die Bundesrepublik hat sich damit verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu fördern; als Kind gilt jeder Mensch bis 18 Jahre. Das Kindeswohl ist bei allen staatlichen Entscheidungen, die Kinder betreffen, vorrangig zu berücksichtigen. (Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

So setzen wir die zehn wichtigsten Kinderrechte in unserer Kindertagespflege um:

  1. Gleichheit

    Alle Kinder haben die gleichen Rechte, kein Kind wird benachteiligt. Es spielt keine Rolle, welche Nationalität, Sprache, Hautfarbe, Religion oder Kultur ein Kind hat, welchem Geschlecht es sich zugehörig fühlt, ob es eine Behinderung hat oder ob die Familie wenig oder viel Geld hat.

  2. Gesundheit

    Kinder haben das Recht, gesund aufzuwachsen. Dazu gehören ein ausgewogenes Frühstück, Mittagessen und eine Nachmittagsmahlzeit, immer etwas zu trinken, tägliche Bewegung an der frischen Luft bei jedem Wetter, behutsame Pflege und Geborgenheit. Bei Verletzungen wird ein Kind ärztlich versorgt.

  3. Bildung

    Kinder entwickeln sich aus eigenem Antrieb und in ihrem eigenen Rhythmus. Wir lenken oder beschleunigen nicht, sondern bieten altersgerechtes Spiel- und Lernmaterial an und fördern Grob- und Feinmotorik. Die Sprache wird durch begleitendes Sprechen, Singen und Vorlesen angeregt.

  4. Spiel und Freizeit

    Kinder dürfen frei und absichtslos spielen und selbst wählen, was sie gerade brauchen. Sie dürfen schlafen, sich ausruhen, sich zurückziehen, malen und musizieren – zum Beispiel im Singkreis: sie dürfen mitmachen, müssen aber nicht.

  5. Meinungsäußerung und Beteiligung

    Kinder dürfen mitbestimmen und frei sagen, was sie denken, wünschen und vorschlagen.

  6. Schutz vor Gewalt

    Jedes Kind hat das Recht auf gewaltfreie Erziehung, auf Wertschätzung und auf Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung (siehe § 8a SGB VIII).

  7. Elterliche Fürsorge

    Alle Kinder erhalten dieselbe Fürsorge und Pflege. Wir bleiben auch in stressigen Situationen ruhig, gehen mit Geduld und Einfühlungsvermögen auf die Bedürfnisse jedes Kindes ein und begegnen ihm respektvoll und wertschätzend.

  8. Schutz der Privatsphäre und Würde

    Wir achten die Privatsphäre der Kinder, zum Beispiel beim Wickeln, auf der Toilette und beim Umziehen, und respektieren, wenn sich ein Kind zurückziehen möchte. Jedes Kind wird mit Achtsamkeit und Empathie behandelt.

  9. Schutz im Krieg und auf der Flucht

    Kinder von Geflüchteten werden wie alle anderen Kinder geborgen, liebevoll und beschützt betreut und gefördert.

  10. Besondere Fürsorge bei Behinderung

    Inklusion bedeutet für uns auch die Betreuung von Kindern mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Wir wissen vor Betreuungsbeginn, welche Unterstützung nötig ist, und ermöglichen den Kindern im Rahmen unserer Möglichkeiten, sich zu entwickeln und zu entfalten.

Mitbestimmung der Kinder (Partizipation)

Das Fundament des Kinderschutzes ist die Teilhabe der Kinder. Wir möchten starke, selbstbewusste Kinder fördern, die ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern und sich abgrenzen können. Entscheidungen zeigen die Kinder durch Sprache, die Jüngsten durch Mimik und Gestik. Schon Einjährige stimmen gern mit ab: Das Recht auf Beteiligung ist weder an das Alter noch an den Entwicklungsstand gebunden.

Mitbestimmung ist wichtig für die persönliche Entwicklung, für eigene Entscheidungsprozesse, für Autonomie und für das Erlernen von Demokratie, denn die lernt man, indem man sie erlebt. Uns ist wichtig, die Äußerungen und Meinungen der Kinder ernst zu nehmen, sie stehen zu lassen und die Kinder nicht von unserer eigenen Meinung überzeugen zu wollen.

Raum für Mitbestimmung geben wir durch:

  • bedürfnisorientiertes Handeln, abhängig von Alter, Entwicklungsstand und Fähigkeiten des Kindes
  • das Hineinwachsen in demokratische Werte, bei dem Kinder Verantwortung für ihr Handeln und ältere Kinder auch für die Gruppe übernehmen, etwa durch Mithilfe im Alltag
  • eine fehlerfreundliche Kultur: Fehler gehören zum Lernen dazu, bei den Kindern ebenso wie bei uns

Alltägliche Beispiele:

  • Sitzplatz beim Frühstück
  • Was und wie viel es beim Mittagessen gibt
  • Liederwahl und Wünsche im Morgenkreis
  • Ausflugsziele (Vogelpark, Wald, Feld, Garten)
  • An- und Ausziehen
  • Auswahl von Farben, Bilderkarten und Büchern
  • Schlafen oder nur ausruhen (vor allem bei älteren Kindern)
  • Windel oder Töpfchen, ohne Zwang und nur mit Beteiligung des Kindes
  • Krabbelspiele: Jedes Kind entscheidet, ob es Nähe zulassen möchte

Pflege, Fürsorge und nötige Erholung haben dabei Vorrang, etwa wenn ein Kind gewickelt werden muss oder schlafen sollte.

Gewaltfreie Erziehung

Jedes Kind hat das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig (§ 1631 Absatz 2 BGB). Das gilt für alle Erwachsenen, auch für Tagespflegepersonen. Bei uns gehören Gewalt, körperliche Strafen, seelische Verletzungen und entwürdigende Maßnahmen in keiner Weise zur pädagogischen Arbeit.

Die beste Grundlage für ein friedliches Miteinander ist eine gute Beziehung zu den Kindern, getragen von Vertrauen, Geborgenheit, Sicherheit und verbaler wie nonverbaler Kommunikation. Wir schenken den Kindern Anerkennung und helfen ihnen, Erlebnisse zu verarbeiten und zu verstehen.

Verhält sich ein Kind unangemessen, etwa indem es ein Spielzeug wegnimmt, hilft eine gute Beziehung dem Kind, damit aufzuhören und stattdessen bessere Wege zu lernen. Hat ein Kind einem anderen Schaden zugefügt, zum Beispiel durch Schubsen, Beißen oder Schlagen, helfen wir ihm, den Schaden wiedergutzumachen. Wir unterstützen konstruktiv und setzen nicht auf ausgrenzende Strafen, die alles schlimmer machen und das unerwünschte Verhalten eher festigen. Eine erzwungene Entschuldigung bleibt eine leere Phrase, solange das Kind die Sicht des anderen noch nicht einnehmen kann.

Selbstevaluation und Selbstreflexion

Wichtig ist uns auch der prüfende Blick auf unsere eigene Arbeit.

  • Selbstevaluation heißt, dass wir unsere Arbeit mit den Kindern systematisch beobachten, analysieren und bewerten, um sie zu festigen oder zu verbessern. Wir schauen uns gewissermaßen selbst über die Schulter.
  • Selbstreflexion heißt, dass wir uns bewusst mit Erlebtem auseinandersetzen, um es besser zu verstehen. Nachdenken allein genügt nicht: Wir prüfen und vergleichen und betrachten die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln.

Wir möchten aus Erlebnissen und Fehlern lernen, einen besseren Zugang zum eigenen Handeln und Empfinden gewinnen und künftig bessere Lösungen finden. Dazu gehört, Probleme lösungsorientiert anzugehen, Selbsterkenntnis zu gewinnen, Dinge zu hinterfragen, die eigenen Gefühle und Gedanken zu reflektieren und das Verhalten anderer besser zu akzeptieren. Durch die Arbeit im Verbund unterstützen wir einander mit konstruktiver Kritik und Lob und wachsen gemeinsam.

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